MikrosKopie

N. 20 (2016)
Streichquartett II „MikrosKopie“
String quartet II "MicrosCopy"

[English version below]
Der Titel des Stücks ergibt sich aus der (mikroskopischen) Aufnahme sehr feiner Klänge mittels Mikrofonen und deren lauter Wiedergabe über Lautsprecher. Zudem wurden Kopietechniken angewendet, so ist beispielsweise der Anfang des Streichquartetts bzw. sein Rhythmus Weberns 5 Sätze für Streichquartett, op. 5 entlehnt. MikrosKopie unterscheidet sich vom Streichquartett I dadurch, dass ich aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt habe und einfachere Taktarten als Gerüst nutze. Zudem ist es noch viel geräuschhafter, Töne sind kaum zu vernehmen. Weiter ist eine große Besonderheit eine erst im Laufe des Kompositionsprozesses zu mir gekommene Idee: Vier Stereo-Mikrofone werden in der Umgebung der jeweiligen Konzerthalle aufgestellt und die Aufnahmen in Echtzeit in den Konzertraum übertragen. Dadurch wird die den Saal umgebende Landschaft (bzw. werden die dort erzeugten Geräusche) Teil des Stückes. Dieser nicht zu kontrollierende Kontrapunkt findet im finalen Satz seinen Höhepunkt, da er in den Vordergrund tritt und die verschiedenen Aufnahmen mittels Diminuendi und Crescendi ineinander verwoben werden. Klanglich dominieren in dem Stück Quietsch-, Schleif- und Schnarrgeräusche sowie perkussive Klänge.

The title of the piece is derived from the (microscopic) recording of very subtle sounds and their loud playback through speakers. Additionally, copy techniques have been used. For instance, the beginning of the piece, or its rhythm, respectively, is derived from Webern's 5 movements for string quartet, op. 5. MicrosCopy is different from String Quartet I as I have learnt from my past mistakes and make use of simpler time signatures. Additionally, it is a lot noisier, tones can barely be perceived. Moreover, a very special element is an idea that come to me when I was already in the middle of the composition process: four stereo microphones are used to pick up the area surrounding the concert hall and the recordings are supposed to be broadcast live into the concert space. By doing so, the landscape around the hall (or respectively the sounds produced there) become/s part of the piece. This uncontrollable counterpoint culminates in the final movement as it comes to fore and the different recordings are interwoven by means of diminuendi and crescendi. In this piece, squeaking, grinding and buzzing noises as well as percussive sounds are predominant.

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