String quartet I

N. 11 (2013)
Streichquartett I
String quartet I

[English version below]
Im Streichquartett I stehen sich zwei entgegengesetzte Formteile gegenüber. Das Stück beginnt leise und ist durch lange Dauern geprägt. Hauptsächlich vermischen sich Schleifgeräusche mit Flageolettönen. Dieser Teil hat einleitenden Charakter. Er geht dann unmittelbar in einen abenteuerlichen, perkussiven und brüllenden Satz über, der lange Dauernwerte des sog. Rollbogens mit kurzen, meist nur geräuschhaften Klängen verbindet. Unter anderem werden durch auch im zweiten Teil verwendete Flageoletts die Verbindung zwischen diesen diametralen Teilen geschaffen. Der erste Satz besteht aus gleichmäßig breiten Takten. Der Grund dafür ist das Experiment die Techniken Fragmentation, Krebs und Umkehrung mithilfe eines Grafikprogramms zu verwenden. Allerdings musste ich schon im Laufe dieser Arbeit feststellen, dass diese Vorgehensweise nicht sehr praktikabel ist. Deshalb findet sich schon im Teil II ein ungleichmäßiges Raster. Die dort verwendeten Techniken durchlaufen die verschiedenen Streichinstrumente wodurch die Statik der Artikulationen immer wieder aus einer anderen Richtung erklingt. Die Einheitlichkeit der Formteile wird generell durch die Verwendung der gleichen Artikulationen (in jedem Satz) erzeugt. Auf welche Weise und wann diese verwendet wird, stellt den Hörer vor immer neue Überraschungen klanglicher Wohltaten, aber auch Herausforderungen.

Two opposed form sections may be identified in String quartet I. The piece starts quietly and is characterised by long durations. Mainly scratching noises are combined with harmonics. This part may be regarded as an introduction. It blends immediately in an adventurous, percussive and roaring movement that combines long durations of the so-called rolling bow with rather short, mainly noisy sounds. But inter alia the still persistent harmonics create a connection between the two diametric parts. The first movement consists of evenly wide bars. The reason is the attempt to employ fragmentation, retrograde and inversion techniques by means of graphic software. However, during the composition process, I had to realise that this procedure is impracticable. Therefore, you can find an irregular grid in the beginning of part II. Here the techniques traverse the string instruments making the static articulations always resonate from another perspective. The homogeneity of the form parts is generally produced by always using the same articulations (in each movement). In which manner and when these sounds occur, confronts the listener with new surprises of sonic blessings, but also challenges.

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Streichquartett 01

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Streichquartett 02

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Streichquartett 03