Anbeginn

N. 17 (2016)
Zum Anbeginn neuer Zeiten (Klavierstücke I-IV)

Für Klavier und FM-Instrumente
For piano and FM instruments

[English version below]
Grundidee von Zum Anbeginn neuer Zeiten ist, dass eigentlich zwei Klaviere spielen – ein Konzertflügel und ein synthetischer Flügel. Das synthetische Klavier basiert auf dem Klangsyntheseverfahren der Frequenzmodulation (FM). In einem Paper von Bill Schottstaedt lässt sich nachlesen wie mithilfe dieser Technik Klavierklänge simuliert werden können. Je weiter die vier Klavierstücke fortschreiten, desto mehr wird diese Simulation aber entfremdet. Zudem wird die Notationsweise der FM-Instrumente komplexer und erlaubt dadurch größere Eingriffe in die Klanglichkeit. Im Klavierstück II wird einfaches Panning eingeführt, durch quadrophones Panning in Klavierstück III ersetzt und dieses schließlich durch sehr komplexe Klangbewegungen im letzten Klavierstück ergänzt. Der Pianist spielt in den Klavierstücken I/II auf den Bassaiten selbst. Im Klavierstück III wird das gesamte Innere des Klaviers mit einbezogen, inklusive Schläge mit Hämmerchen auf den Korpus/die Saiten. In den Klavierstücken I/III benutzt der Pianist zudem Mikrofone, die an Lautsprecher senden, um die noch schwingenden Saiten abzudämpfen, wodurch ein Klirreffekt entsteht. Im Klavierstück IV spielt der Pianist dann endlich an den Tasten, ergänzt durch Cluster, additive/subtraktive Cluster sowie Tastenglissandi.

The basic idea of Zum Anbeginn neuer Zeiten is that actually two pianos are playing - one grand piano and one synthetic piano. The synthetic piano is based on the sound synthesis process referred to as frequency modulation (FM). In a paper written by Bill Schottstaedt, one can see how this technique may be used to simulate piano sounds. The further the four Klavierstücke (piano pieces) proceed, the more is this simulation somewhat alienated. Additionally, the method of notation for the FM instruments becomes more complex and thus permits more sonic modifications. Moreover, in Klavierstück II, simple panning is introduced, replaced by quadraphonic panning in Klavierstück III and, finally, complemented by means of highly complex quadraphonic motions in the last piano piece. In Klavierstück I/II, the pianist plays on the bass strings. In Klavierstück III, the pianist then plays inside the whole piano, including hits on the body/strings with little hammers. Additionally, in Klavierstück I/III, the pianist also uses microphones (sending to loudspeakers) in order to mute the resonating strings creating a sizzle effect. In Klavierstück IV, the pianist finally plays at the keyboard, complemented by clusters, additive/subtractive clusters as well as keyboard glissandi.

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