Ossia

N. 15 (2015)
Ossia (A ➝ ¬B & B ➝ ¬A)

Für Klarinette in B oder Violine, Violoncello und Klavier
For Bb clarinet or violin, violoncello and piano

[English version below]
Der Titel gibt bereits eine große Besonderheit dieser Arbeit wieder: Es gibt immer ein Ossia-Instrument in diesem Stück, entweder die Violine (wenn die Klarinette spielt) oder die Klarinette (wenn die Violine spielt). Man kann diese Begebenheit formalisieren. Übersetzt bedeutet der eingeklammerte Teil des Titels, dass wenn A (die Klarinette) spielt, dann spielt B (die Violine) nicht und wenn B (die Violine) spielt, dann spielt A (die Klarinette) nicht. Somit kann man das Stück in zwei verschiedenen Versionen aufführen. Die zwei Instrumente nutzen dabei nicht aber gewöhnliche Töne, sondern instrumenten-(bzw. instrumentengruppen-)spezifische erweiterte Techniken. Für das jeweilig andere Instrument gibt es dazu eine Übersetzung. Da die Klänge aber sehr speziell sind, ist dieses nicht immer nahtlos möglich. Deswegen wird bei der Klarinette beispielsweise ein Tisch dazu benutzt die Korpusschläge der Violine zu imitieren. Das Stück selbst teilt sich in zwei Sätze, während ein Intermezzo im leicht raschen Tempo zwischen dem Teil A im gemäßigtem Tempo und Teil B im langsamen Tempo steht. Strukturell wechseln sich homophone und polyphone Klangschichten zwischen den Instrumenten ab. Die zwei Formteile sind zudem klanglich voneinander getrennt. Diese Trennung beginnt bereits im Intermezzo, wobei Techniken (wie Cluster und Flageolett) hier aufgenommen werden und in Teil B hineinwirken.

The title already reflects a very special element of this work as there is always one ossia-instrument; either the violin (when the clarinet plays) or the clarinet (when the violin plays). It is possible to formalise this incident. The title then reads as follows: when A (the clarinet) plays, B (the violin) does not play. Hence the piece may be performed in two ways. The two instruments, however, do not make use of ordinary tones, but instrument- (or, respectively, instrument-group-)specific extended techniques. The respective other instrument translates these sounds. As the sounds are very specific, a seamless translation may, however, not always be achieved. Therefore, the clarinetist, for instance, utilises a table in order to imitate the hits on the body of the violin. The piece is divided into two parts, while an intermezzo (slightly rapid tempo) is placed between part A (moderate tempo) and part B (slow tempo). In terms of the structure, homophonic and polyphonic sound layers alternate between the instruments. The two form sections are also divided concerning their sound-wise qualities. The division starts with the intermezzo, while certain techniques (such as cluster and harmonics) are introduced here and encroach upon part B.

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Ossia 01

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